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Fakultät für Geisteswissenschaften



Inhalt:

Graduiertenkolleg Interkonfessionalität in der Frühen Neuzeit

(gefördert von der Forschungs- und Wissenschaftsstiftung Hamburg)

Anders als das etablierte Forschungsparadigma der 'Konfessionalisierung' fokussiert und erkundet das Graduiertenkolleg interkonfessionelle Prozesse des Austausches und der Interaktion im 16. bis 18. Jahrhundert. Der Forschungsansatz ist konsequent komparatistisch ausgerichtet, was seinen historischen Gegenstand (das Zeitalter von Reformation und katholischer Reform) und was dessen mediale Ausprägungen betrifft. Dieser konfessions- wie medien-komparative Ansatz ist unabdingbar, um inter- und transkonfessionelle Durchlässigkeiten präzise erfassen zu können. Besonderes Interesse gilt jenen Phänomenen theologischer, politischer und künstlerischer Art, die die Grenzen zwischen den sich formierenden, sich extern wie intern differenzierenden Konfessionen in die eine oder andere Richtung überwölben bzw. überwinden (interkonfessionell) oder die ihnen konfessionsindifferent gemeinsam sind (transkonfessionell).

In diesem Zusammenhang gilt es, eine innovative medienhistorische Methodik zu entwickeln und zu erproben. Sie zielt darauf, nicht nur zu analysieren, wie sich heterogene konfessionelle Vorgaben in unterschiedlichen Artefakten niedergeschlagen haben, sondern exemplarisch präzise zu erkunden, wie Literatur, Bühne, Malerei, Bildhauerei und geistliche Musik theologische Vorgaben nicht nur dokumentieren, sondern zugleich variieren und multimedial affektiv zugespitzt rezipierbar machen, mithin im Rahmen eines Medienwechsels nicht nur an theologischen Debatten peripher teilnehmen, sondern diese nachhaltig und innovativ beeinflussen bzw. tragen.

Das innovative Konzept des von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Kirchengeschichte, Germanistik, Anglistik, Romanistik, Byzantinistik/Neogräzistik, Latinistik, Geschichte, Sinologie, Musikwissenschaft und Kunstgeschichte konzipierten Graduiertenkollegs besteht nicht zuletzt darin, sich nicht auf den deutschen Sprachraum und die Ursprungsregionen der Reformation zu konzentrieren. Mit in den Blick zu nehmen sind vielmehr europäische und außereuropäische Kontexte der Frühen Neuzeit mit ganz anderem historischem Profil: Italien als Kernland der katholischen Reform, England mit seinem anglikanischen Staatskirchentum und einem ausgeprägten Kryptokatholizismus, der griechisch-orthodoxe Raum, der im Spannungsfeld zwischen Reformation und Katholizismus einen eigenen Prozess der Konfessionalisierung durchlief, sowie der Andenraum Südamerikas und China als Felder der nachtridentinischen Mission.

Im Hinblick auf die thematische Ausrichtung sind vier Schwerpunkte vorgesehen:

  1. Trans- und Bikonfessionalität
  2. Praxis et exercitium pietatis
  3. Sakrale Bildlichkeit zwischen Konfessionalität und Interkonfessionalität
  4. Transformation von Text- und Musikgattungen

Ziel des Graduiertenkollegs ist es, innovative Promotionsprojekte zu fördern, die Aspekte mindestens zweier der beteiligten Fachdisziplinen miteinander vernetzen und exemplarisch interkonfessionelle Austauschprozesse in ihrer medialen Bandbreite erforschen. Die strukturierte Doktorandenausbildung (mit spezifischen Lehrveranstaltungen und Begleitung durch eine ihrerseits fächerübergreifend besetzte Betreuungskommission) bietet hierbei beste Voraussetzungen für die im Hinblick auf eine erfolgreiche Durchführung der Promotionsvorhaben unabdingbare interdisziplinäre Kommunikation der Promovendinnen und Promovenden miteinander und mit den Lehrenden.

Der Betreuungskommission gehören an:

Prof. Dr. Marc Föcking (Italienische und französische Literaturwissenschaft, Fachbereich Europäische Sprachen und Literaturen)

Prof. Dr. Oliver Huck (Historische Musikwissenschaft, Fachbereich Kulturgeschichte und Kulturkunde)

Prof. Dr. Bernhard Jahn (Literatur des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, Fachbereich Sprache, Literatur, Medien)

Prof. Dr. Ulrich Moennig (Byzantinistik und Neugriechische Philologie, Fachbereich Europäische Sprachen und Literaturen)

Prof. Dr. Susanne Rupp (Britische Literatur und Kultur, Fachbereich Europäische Sprachen und Literaturen)

Prof. Dr. Jürgen Sarnowsky (Mittelalterliche Geschichte, Fachbereich Geschichte)

Prof. Dr. Claudia Schindler (Klassische Philologie/Latinistik – Neulateinische Philologie, Fachbereich Europäische Sprachen und Literaturen)

Prof. Dr. Johann Anselm Steiger (Kirchen- und Dogmengeschichte: Reformation und Neuzeit, Fachbereich Evangelische Theologie)

Dr. Astrid Windus (Lateinamerikanische Geschichte, Fachbereich Geschichte)

Assoziierte Mitglieder:

Prof. Dr. Michael Friedrich (Sinologie, Fachbereich Asien-Afrika Wissenschaften)

Prof. Dr. Ulrich Heinen (Kunstgeschichte, Bergische Universität Wuppertal)


Kontakt:

Prof. Dr. Johann Anselm Steiger (Sprecher des GK)

Fachbereich Evangelische Theologie
Sedanstraße 19
20146 Hamburg

Tel.: 040-42838-3813/18
Email: anselm.steiger@uni-hamburg.de

Prof. Dr. Marc Föcking (stellv. Sprecher des GK)

Fachbereich Europäische Sprachen und Literaturen
Von-Melle-Park 6
20146 Hamburg

Tel.: 040-42838-2561
Email: marc.foecking@uni-hamburg.de

 

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